ccipx


Internationale Katholische Korrespondenz

Ein Rückblick auf die 50-jährige Geschichte unserer Organisation. - 50 Jahre, eine Epoche, die fast die gesamte Zeit seit dem Ende des 2. Weltkrieges bis heute umfaßt, stellt eine Zeitspanne dar, die der heutigen jungen Generation kaum noch vorstellbar erscheint. 50 Jahre sind es also her seit der Internationale Katholische Korrespondenz- und Austauschdienst entstand und sich nach und nach zu der Organisationsform von heute entwickelte.

Die ersten zaghaften Versuche.

Begonnen hatte alles mit meinen persönlichen Ambitionen, da ich nach dem Krieg Kontakte über die Landesgrenzen hinweg zu Gleichgesinnten suchte. So führten mich meine Bemühungen, begünstigt durch einen Studienaufenthalt im Jahre 1947 in Frankreich, zur Begegnung mit dem französischen Germanisten Prof.Vieux aus Nantes. Er war ähnlich bemüht, seine durch den Krieg unterbrochenen Verbindungen zu seinen deutschen Freunden wieder aufzubauen.



Die Geschichte

Mittels Briefwechsel von Mensch zu Mensch als dem wesentlichen Element, sollten die ersten Brücken der Verständigung zwischen unseren beiden Ländern wieder geschlagen werden. So kreuzten sich unserer beider Wege und es entstand eine Organisation mit dem Ziel, einen Beitrag zur Versöhnung von Franzosen und Deutschen im Geistes der Frohbotschaft des Evangeliums zu leisten, eingebunden in die kathol.Kirche. Die schon im Sommer 1949 entstandene CORRESPONDANCE CATHOLIQUE INTERNATIONALE, deren Initialen "C.C.I." auch heute noch verwendet werden, wurde dann endgültig im Juli 1950 anläßlich einer Wallfahrt in Lourdes gegründet.

Deutsch-französische Verständigung als zentrales Anliegen.

Die in den ersten Jahren auf Deutsche und Franzosen beschränkten brieflichen Kontakte sprengten schon bald diese Grenze. Menschen aus ganz Europa bekundeten Interesse an grenzüberschreitenden Kontakten. Europäische Missionare in Übersee, besonders in den francophonen Ländern Afrikas suchten unsere Hilfe bei der Anbahnung von Briefpartnerschaften. Gerade in den Anfangsjahren trugen Welt- und Ordenspriester in aller Welt ganz wesentlich zu einer raschen und weltweiten Ausbreitung bei. Auf diese Weise konnte sich die C.C.I. ausdehnen, und zählte schon bald Freunde in Afrika, später auch in Asien und in Amerika. Für uns blieb aber zunächst das zentrale Anliegen bestehen, das uns zur Gründung der Organisation veranlaßt hatte. Wir bemühten uns mitzuhelfen, die Wunden, die der Krieg auch im geistigen Bereich geschlagen hatte, zu heilen, Vorurteile abzubauen und die deutsch-französische Aussöhnung in den Mittelpunkt unserer Arbeit zu stellen. Diese Anliegen, die damals unsere Arbeit beflügelten, sind heute im Bewußtsein unserer Mitbürger in den Hintergrund getreten. Unsere Generation hat sich einander die Hand zur Versöhnung gereicht und Verzeihung gewährt. Trotzdem bleibt mir mancher Brief aus jener Zeit unvergessen, der erkennen ließ, welche Überwindung es einen französ. Vater oder Großvater kostete, dem unvoreingenommenen Umgang seines Kindes oder Enkels mit einem Partner aus Deutschland innerlich zuzustimmen. Freundschaften zwischen Völkern sind nicht selbstverständlich und sind vor allem keine Selbstläufer. Sie müssen intensiv gepflegt werden, immer wieder neue Impulse erhalten und weiter entwickelt werden. Nur wenn sich die Bürger mit einer solchen Völkerfreundschaft identifizieren, hat sie Bestand. Das gilt auch für die deutsch-französische Freundschaft.


Wer sind die Teilnehmer?
Im Laufe der Jahre hat das Interesse an brieflichen Kontakten zu Freunden im Ausland nicht nachgelassen, aber geändert. Der Korrespondenzdienst wandte sich 40 Jahre lang nur an Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren und hatte kaum erwachsene Teilnehmer. In diesem Bereich wird die Veränderung besonders sichtbar. So sind unsere heutigen Teilnehmer nur noch zu 80% zwischen 12 und 20 Jahre alt. Das Hauptinteresse der Jugendlichen besteht an Kontakten zu Ländern, deren Sprache sie in der Schule lernen. Hinzu kommt der Wunsch, Einblick in die Lebensgewohnheiten anderer Völker zu erlangen, ihre Sprachkenntnisse anzuwenden, sich über Interessen und Probleme auszutauschen, kurz den Partner und sein familiäres Umfeld besser kennen und verstehen zu lernen. Die Generation der Jugendlichen aus den 50/60er Jahren sind die Eltern von heute, und sie erinnern sich gerne an unsere Dienste. Sie empfehlen jetzt sowohl ihren eigenen Kindern eine Teilnahme, als sie auch für sich nach altersmässig passenden Partnern nachfragen. Besonders seit der Öffnung der Grenzen zu Osteuropa ist der Anteil von Erwachsenen gestiegen. Zudem führten unsere Kontakte nach den USA zu zahlreichen Zuschriften von Erwachsenen, die Brieffreundschaften nach Europa knüpfen möchten, allerdings nur in englischer Sprache. Auch wenn deren Vorfahren meist aus Europa stammen, sind die Amerikaner der 2. od. 3.Generation der Sprache ihrer Vorfahren nicht mehr mächtig. Seit der Wende in den Jahren 1989/90 verzeichnen wir ein starkes Anwachsen der Anfragen nach Briefkontakten aus den ost-mitteleuropäischen Ländern. Nach den Jahren der Abschottung drängte es vor allem die Jugend, die Fremdsprachen gelernt hatte ohne sie anwenden zu können, Kontakte nach Westeuropa und der übrigen Welt zu knüpfen. Zwar hat sich auch hier die stürmische Nachfrage Tausender von Interessenten gelegt, haben die idealisierten Vorstellungen über den "goldenen Westen" einer nüchternen Betrachtungsweise Platz gemacht. Aber dennoch kommen jährlich zahlreiche Anfragen aus Mitteleuropa, wo vor allem Deutschland aus sprachlichen Gründen als Wunschland gefragt ist, mit dem man nicht nur korrespondieren, sondern das man auch hofft einmal besuchen zu können.

Neue Herausforderungen.
Dieser neuen Herausforderung, auch seriöse Briefverbindungen für Erwachsenen anzubieten, müssen wir uns jetzt stellen. Dies ist jedoch einfacher gesagt als getan. Unsere gewachsenen Verbindungen zu Schulen, Lehrern, Jugendzeitschriften und -organisationen im Inland, wie auch über die FIOCES, die Internationale Föderation von Organisationen für Schülerbriefwechsel im Ausland, ermöglichen es uns für Jugendliche mit fremdsprachlichen Kenntnisse die meisten Korrespondenzwünsche zu erfüllen. Anders bei Erwachsenen, wo diese Kontaktwege erst erschlossen und aufgebaut werden müssen. Hinzu kommt, dass Erwachsene über 50 weniger als die Jugend fremdsprachliche Kenntnisse besitzen, ebenso wie Gleichaltrige im Ausland nicht in Deutsch schreiben können. (Sterbeanzeige) So gehen wir jetzt langsam an diese neue Aufgabe heran, müssen in der ersten Phase wohl manch Gutwilligen enttäuschen. Wir hoffen aber zuversichtlich auch hier in absehbarer Zeit diese Schwierigkeiten überwunden zu haben. Denn gerade diese direkten Begegungen von Mensch zu Mensch zu intensivieren, stellen den Kern unserer Arbeit dar, denn neben der Pflege der deutsch-französischen Beziehungen ist ein vereintes, auf seinen christlichen Fundamenten gegründetes Europa eines unserer derzeit wichtigsten Anliegen. Hierzu kann jeder durch Briefwechsel und Begegnung seinen ganz persönlichen Beitrag leisten. Schon heute kommen ca. 2/3 aller Teilnehmer aus europäischen Ländern, und unterhalten auch den grössten Teil ihrer Kontakte zu Freunden aus einem anderen europäischen Land. Zahlreich sind die Freunde, die darüberhinaus briefliche Kontakte zu Menschen in Übersee unterhalten, so vor allem in den USA, Afrika, Asien, in einigen Ländern Südamerikas und in Australien. Oftmals werden Länder engl. Landessprache auf anderen Kontinenten gewählt, weil das Mutterland England die riesige Anzahl von Wünschen nach Briefwechsel aus aller Welt nicht erfüllen kann. (Begriffserklärung:Containern nennt sich die Nahrungsmittelbeschaffung aus Containern.)

Verbindungen nach Übersee und in die 3.Welt.
Diese Tatsache kommt auch einem weiteren Schwerpunkt unserer Arbeit entgegen, nämlich der Förderung guter Beziehungen zu Freunden in den U.S.A. um so zu einem besseren gegenseitigen Verstehen beizutragen. Ein ganz besonderes Problem stellen die Wünsche dar, die uns aus den Ländern der 3. Welt zugehen. Während Zuschriften von dort bis in die Mitte der 60-er Jahre noch eine Ausnahme waren, trat seitdem sehr rasch eine völlige Wandlung ein. Das fortschreitende Nord-Süd-Gefälle, verbunden mit einem steigenden Bildungsniveau in diesen Ländern, liessen auch die Wünsche nach Kontakten mit Europa und den USA zu einer Flut anschwellen, die eine Organisation allein nicht mehr bewältigen kann. Dabei liegt das Hauptproblem in der unrealistischen Erwartungshaltung der überseeischen Interessenten. Trotz Unvoreingenommenheit und Verständnisbereitschaft seitens der europäischen Jugend, läßt ein wirklicher Durchbruch bei diesen Kontakten auch nach 50 Jahren immer noch auf sich warten.

Auslandsaufenthalte bei Gastfamilien
Im Jahr der Gründung des deutsch-französ. Jugendwerkes (1963), wurde unser Dienst auch mit der Vermittlung von Jugendlichen als Familiengäste ins Ausland beauftragt. Junge Menschen, die eine Fremdsprache erlernten, erhielten eine Möglichkeit, 3 - 4 Ferienwochen bei einer Gastfamilie in Frankreich, der frz. Schweiz oder in England zu verbringen und dabei ihre Sprachkenntnisse zu üben. Wie beim Korrespondenzdienst stand auch beim Austauschdienst (Anbieter wählen) die deutsch-französische Freundschaft Pate. In den ersten Jahren beschränkte sich unsere Arbeit nur auf Deutsche und Franzosen, die einen Aufenthalt im Kreise einer Familie des Nachbarlandes verbrachten. Später kamen neben Franzosen auch Belgier, Luxemburger, Schweizer, Oesterreicher, Italiener, Spanier, Polen und Ungarn nach Deutschland; Deutsche fuhren nach Frankreich, in die frz. Schweiz, nach Italien und England; ausserdem Franzosen und Italiener nach England. Auch konnten wir 25 australische Studenten als Gäste deutscher Familien begrüssen. Aus zahlreichen Besuchen entstanden Freundschaften zwischen Gastgebern, Gästen und deren Eltern, von denen manche die Begegnungen auf privater Basis über Jahre hinweg weiterführten. Hier wurde Völkerverständigung, christliches Engagement im kleinen praktiziert und europäische Gesinnung gelebt. Wenn auch für den Austauschdienst solche Gastgeber nicht mehr verfügbar waren, so stellten doch gerade sie wegen der gewachsenen Freundschaften den eigentlichen Erfolg unserer Arbeit dar.

Einstellung der Gastvermittlungen
Diese Familienbegegnungen waren daher keine neue Form des Tourismus, sondern dienten der unmittelbaren Begegnung der verschiedensten europäischen Völker in der Keimzelle eines jeden Landes, nämlich innerhalb einer Familie des Nachbarlandes, zu 95% in katholischen Familien. Dieser Dienst musste Ende 1993 eingestellt werden, da es nicht mehr möglich war die für die ständig wachsende Zahl von ausländischen Interessenten die erforderlichen und qualifizierten deutschen Gastfamilien zu finden. Damit hatte eine 30-jährige, sehr erfolgreiche Arbeit leider ihr Ende gefunden. Trotzdem können wir durch unsere Zusammenarbeit mit englischen und französischen Organisationen wertvolle Hinweise geben, wie man auch heute noch zu einem Familienaufenthalt in Frankreich oder England kommen kann. So versteht sich der Austauschdienst auch nach Einstellung seiner Vermittlung immer noch als eine Anlauf- und Koordinierungsstelle für Jugendliche und junge Erwachsene aus den verschiedensten europäischen Ländern, die eine Gastfamilie für einen privaten Sprachaufenthalt suchen.

Ausblick und Verpflichtung
In den mehr als 50 Jahren hat mir diese ehrenamtliche, bis 1988 neben meinem Beruf und meiner Familie geleistete Arbeit grosse Anstrengungen und manchen Verzicht abverlangt, andererseits aber immer wieder auch grosse Befriedigung geschenkt. In diesem Geiste der Versöhnung konnten wir im Jahre 1975 unser 25-jähriges Jubiläum feierlich in Saarlouis begehen, und als Gäste u.a. Em. Kardinal Gouyon aus Rennes, Bischof Moser aus Rottenburg, Weihbischof Jacoby aus Trier, Mgr.Lalande von Justitia et Pax in Rom und als Vertreter des öffentlichen Lebens, den saarld. Innenminister begrüßen. Es würde zu weit führen hier alle Persönlichkeiten aufzulisten, die unsere Arbeit im Laufe der Jahre stets wohlwollend und empfehlend begleiteten. Zuletzt konnten wir im Oktober 2000 unser 50-jähriges Jubiläum im Rahmen eines festl. Gottesdienstes hier in Wallerfangen begehen. Auf Grund der Eigenständigkeit unseres Dienstes konnte ich die vor 50 Jahren begonnene Arbeit in der Intention ihrer Gründung ohne Unterbrechnung bis heute weiterführen. Ich fühle mich dem christlichen Versöhnungsgedanken auch nach wie vor verpflichtet, und werde die übernommen Aufgaben, solange es meine Gesundheit erlaubt, mit Gottes Hilfe fortführen. Die Trauerfloristik ist ein stilles Zeichen des Mitgefühls. Mit ihr sprechen Sie zum einen den Trauernden Ihr Beileid aus und erweisen dem Verstorbenen die letzte Ehre und Respekt. Du bist Student an einer deutschen Universität? Dann interessiert dich sicherlich auch der Uni Blog.



© 2010 CCIPX.deImpressum